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Stefan Jacobi schreibt über sein Leben, die Piratenpartei und Kurioses aus dem Web

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Deutsche BahnHartmut Mehdorn bot in Folge der anhaltenden Skandale nun endlich seinen Rücktritt an. Er bat um die Auflösung seines Vertrages. Nur 2 Sachen stören mich daran noch immer:

1. Mehdorn betont, dass es keinen Datenschutzskandal gäbe, sondern das alles, frei wiedergegeben, eine böseböseböse Schmutzkampagne gegen die Bahn als Konzern sein.

2. Wo ein dreckiger Kopf abfällt, wachsen in diesen Kreisen 2 nach.

Was sagt unser Herr Mehdorn denn genau dazu? Lest selbst:

Es handelt sich hier nicht um einen Daten-Skandal, es sei eine Kampagne gegen das Unternehmen, niemand bei der Bahn habe etwas Rechtswidriges getan. Das alles wird letztlich die Untersuchung der Sondermittler auch bestätigen.

Na klar, Herr Mehdorn. War ja nicht anders zu erwarten.
Und nun: Abmarsch!

H. Mehdorn - bei einer

H. Mehdorn - bei einer zu erwartenden dicken Abfindung wird er wohl nie bei der Bahnhofsmission landen. Sein Lachen behält er.

Seien wir also gespannt, welches fiese Grinsegesicht uns bei der DB als nächstes beehren wird, auserkoren von unseren sogenannten Bürgervertretern. Naja, treten können sie uns ja ganz gut, also gar nicht so falsch.

Wo wir gerad dabei sind: Wieso haben alle viele ekel unsympathischen Politiker und Manager ein dickes rundes Grinsegesicht, dass einen scheinbar anlacht während es von hinten kräftig Tritte in die Hintern der Bürger Deutschlands verteilt Dinge macht, die gar nicht zum Lachen sind?

Heute wurde bekannt gegeben:

Metro baut 15.000 Stellen ab


Metro

Metro

Gut, es soll immer noch Menschen geben, die nicht wissen, dass Saturn, Media-Markt, Kaufhof, REAL und einige weitere Ketten dem Metro-Konzern angehören. Was nun aber passiert, ist das logische Resultat aus Geiz-ist-Geil-wir-hassen-teuer-gehts-noch-ein-bisschen-billiger: Nicht nur, dass ca. 27 REAL-Märkte abgestoßen werden sollen (und damit doch de facto, da Verlustreich, geschlossen), in den nächsten Jahren sollen weltweit 15.000 Stellen über den Jordan gehen. Darin enthalten sind bereits 4000 Stellen, die durch die Umstrukturierung von REAL und dem Großhandelsgeschäft “Cash & Carry”, also der allgemein benannten “Metro”, wegfallen.

Die Börse indes freut es freilich, sind doch Einsparungen in Höhe von etwa 1,5 Milliarden Euro zu erwarten – die Dividende lässt grüßen, das Arbeitsamt hat wieder ein paar neue Kunden, was will der Aktionär denn mehr. Der Kurs der Metro-Aktie stieg (!) nach Bekanntgabe der Kürzungen um etwa 9%, auf fast 27 €.

Ich bin kein BWLer, Gott sei Dank. Ich verstehe auch nicht viel davon. Aber irgendwie sage ich mir: Wenn es einem Unternehmen wie der Metro so schlecht geht, dass sie 15000 von 40000 Stellen streichen müssen, wie kann es dann sein, dass der Kurs steigt? Juhu, endlich werden sie diese lästigen unnötigen Arbeitnehmer los? Mehr Cash, wenigstens noch in diesem Jahr, bevor es ganz den Bach runtergeht?

Geiz ist Geil

Geiz ist Geil

Immerhin werden die Marken wie Saturn, Media-Markt usw. von der Verwaltung “ausgegliedert” und sind dann quasi “eigenständig” – von den Finanzen abgesehen, die werden nachwievor in Düsseldorf geregelt. Soll das heißen, dass sich dann auch einfach die Schuldfrage abschieben lässt, vom Großkonzern Metro, der Verluste im Ausland macht, der merkwürdigste Strategien verfolgt und sprichwörtlich hinter jeder 2. Handelskette steckt? Wieder so ein typisches Beispiel von Manager-Unfähigkeit. Manager wirtschaften etwas herunter, die Arbeitnehmer müssen darunter leiden, die Aktie steigt wieder, die Investoren und/oder Aktionäre machen am Ende doch wieder Plus. Wenige verdienen am Leid vieler.

So muss es doch in Deutschland laufen.

Da die Metro ihren Hauptsitz hier in Düsseldorf hat, schäme ich mich gerade, Düsseldorfer zu sein.

Wenigstens lassen wir uns nicht weiter verarschen- oder wie?

Oliver Pocher: Lasst Euch nicht verarschen

Oliver Pocher: Lasst Euch nicht verarschen

Wulf H. Bernotat, Vorstandsvorsitz, freut sich

Ich schreibe ja wirklich selten etwas über Tagesmeldungen, das geht mir aber richtig auf den Keks: E-On, ein Unternehmen, das Millionen und Abermillionen von Gewinn macht, baut bis zu 1800 Stellen ab – in den nächsten 3 Jahren, sozialverträglich versteht sich. Die ersten 400 Stellen fallen schon binnen 4 Wochen weg.

Es sollen Service-Center geschlossen und zusammegelegt werden, Anlaufpunkte werden geschlossen. Es sollen Zig-Millionen gespart werden. Eine Strompreissenkung darf man natürlich nicht erwarten.

Ich bin, tja, ähm, empört? HIlflos. Ja, das trifft es. Und schockiert, dass man sich dagegen nicht wehren kann – immerhin beliefert E-ON ohnehin die meisten Wiederverkäufer von Strom (Stadtwerke etc.). Also MUSS man quasi diesen Kurs, den sich die E-On-Manager wohl von der Telekom abgeschaut haben, zwangsweise Unterstützen.

Bin gespannt Ich weiß schon, wie viel BlaBla und wenig Aktionen die Regierung diesmal einbringt.

Bei der Telekom ist das mit dem Abbau ja noch die eine Sache – man *hat ja als Verbraucher Alternativen, wenn man den Stellenabbau nicht unterstützen will. Jedenfalls vielerorts. Und wenn nicht als Anbieter, dann telefoniert man Call-By-Call – auch das tut der Telekom weh. Aber bei E-ON? Was tun? Eigenes WIndrad in den Garten? SOlar aufs Dach! Prima aber schade, dass diese Möglichkeit für nicht-Häuslebauer nicht in Frage kommt.

Quelle: WDR2